Während sich in Belém (Brasilien) die Regierungs- und Staatschefs zur Weltklimakonferenz (COP 30) treffen, steht fest: Ohne massiven öffentlichen Druck bewegt sich nichts.
Deshalb zählt’s auch morgen in Dresden: Sei mit Fridays for Future beim Klimastreik dabei und mach Druck für echten Klimaschutz!
Verantwortung
Deutschland und Europa tragen eine gewaltige Verantwortung, sowohl historisch als auch aktuell betrachtet.

Doch statt voranzugehen, wird gebremst: neue fossile Megaprojekte, Schutz für Konzerne, leere Entlastungsversprechen für die Bevölkerung.
Friedrich Merz hat das 1,5-Grad-Ziel aus dem Pariser Klimaabkommen in seiner Rede vor wenigen Tagen in Brasilien mit keinem Wort erwähnt. In Deutschland wie auch in Europa arbeiten CDU/CSU und EVP, zusammen mit Rechtsaußen, daran, die Klimaziele zu crashen.
Nachhaltigkeit
So verspielt die Bundesregierung ihre politische Glaubwürdigkeit – und gefährdet unsere Zukunft. Und ignoriert die Rechtsprechung.
Mit Bezug auf den GG-Artikel 20a hatten die Richter*innen des Bundesverfassungsgerichts 2021 geurteilt, dass der Staat die Lebensgrundlagen in Verantwortung für die künftigen Generationen gesetzgeberisch schützen muss. Die Lebensgrundlagen müssten der Nachwelt in einem solchen Zustand hinterlassen werden, dass „die nachfolgenden Generationen diese nicht nur um den Preis radikaler eigener Enthaltsamkeit weiter bewahren können.“ Ansonsten wäre das Leben künftiger Generationen umfassenden Freiheitseinbußen ausgesetzt, wohingegen die jetzige Generation ihre Freiheiten umfassend auf Kosten der nachfolgenden ausgelebt haben würde.
Deshalb gehen wir am 14. November, angeführt von Fridays for Future, überall in Deutschland und weltweit auf die Straße. Für echten Klimaschutz. Für globale Gerechtigkeit. Für nachhaltige Entwicklung. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“, wird es vielfach durch die Straßen hallen zwischen Alaunplatz (Start um 15.30 Uhr) und Schlossplatz (Ende der Demo, 17.30 Uhr).
Versprechen, bisher ohne Einlösung
Vor zehn Jahren wurde das Pariser Klimaabkommen beschlossen – ein völkerrechtlicher Vertrag und ein Versprechen, die Erderhitzung zu stoppen.

Zehn Jahre später spüren Menschen auf der ganzen Welt, was Untätigkeit bedeutet: Hurrikans, Dürren, Überschwemmungen, Hitzewellen. In den vergangenen Wochen haben ein Hurrikan auf Jamaika, Taifun auf den Philippinen, Überschwemmungen in Vietnam und Dürre in der Türkei nicht nur Schäden in Milliardenhöhe verursacht, sondern auch zahlreiche Menschenleben gefordert.
Deutschland zählt nach Angaben des weltweit tätigen Rückversicherers Munich Re mit einem Anstieg um etwa das Fünffache zu den am schwersten getroffenen Nationen, schreiben die Geowissenschaftler des Versicherers in einer Analyse. Die von Unwettern und Fluten verursachten Gesamtschäden in Deutschland von 1980 bis 2024 beziffert das Unternehmen auf 210 Milliarden Dollar (aktuell etwa 182 Milliarden Euro), gleichauf mit Indien auf Rang drei. Perspektive: Wetterextreme könnten die wirtschaftliche Substanz auch der größten Volkswirtschaften erodieren, heißt es von Munich Re (Sächsische Zeitung, 10.11.2025).
Die Klimakrise wird also auch hier spürbar, Europa ist der sich am schnellsten erwärmende Kontinent. Und es trifft die Schwächsten zuerst. Deshalb muss Schutz vor dem Klimawandel mit sozialer Gerechtigkeit verknüpft sein.
Einladung
Die fossile Lobby ist dreist-frech – also müssen wir laut und präsent sein.
Jede Laterne, jedes Licht, jede Stimme, jedes Schild zählt.
Kommt alle zum Alaunplatz oder stoßt während des Demo-Zugs dazu.
Macht mit eurer Anwesenheit politischen Druck durch Vielfalt, Friedfertigkeit und die Überzeugungskraft des besseren Arguments.
Dieter Wiebusch
