Im Gemeindehaus in Dohna fand am 01.09.25 ein denkwürdiges Gesprächsforum mit dem Titel „Sonne ernten“ statt. Auf dem Podium saßen der Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Georg-Ludwig von Breitenbuch und Stadtrat Thomas Klingner. Veranstalter war der Evangelisch – Lutherische Kirchgemeindebund Heidenau. Der Saal war gut gefüllt, die beiden Moderator*innen gaben ihr Bestes.
Schwierig, zu komplex, nicht vermittelbar
In einer Ausstellung des Dresdener Hygienemuseums hatte ich den Auszug aus einem Science-Fiction-Roman gelesen, in dem die erste Hälfte des 21. Jahrhunderts als „das große Zaudern“ beschrieben wurde. Gemeint war das Fortschreiten des Klimawandels mit seinen sicht- und erlebbaren Ereignissen (schnelle Erderwärmung, steigende Anzahl von Hitzetoten, Wanderbewegungen aus Gebieten, die praktisch unbewohnbar werden, Feuersbrünste, Überschwemmungen, Wetterkapriolen jedweder Art) und der zögerlichen Reaktion der Regierungen darauf.
Die Veranstaltung in Dohna war praktisch die Illustration dieses „großen Zauderns“. Der Staatsminister nutzte seinen ersten Aufschlag für die Beschimpfung des Grünen Bundeswirtschaftsministers der Ampelregierung. Thomas Klingner wies in sehr deutlichen Worten darauf hin, dass Habeck-Schelte kein Politik-Ersatz sei.
Weiter wurden alle Schwierigkeiten und Bedenken aufgezählt, die sich aus dem Ausbau von Solar und Windkraft in Sachsen ergeben. Da half auch die Frage unserer Stadträtin Maria Giesing wenig, worin denn das Grundverständnis des Ministers in seinem Amt bestehe. Wieder folgten Beispiele, Episoden, Schwierigkeiten. Dieter Wiebusch wies darauf hin, dass diese Art des Herangehens beim gesellschaftlich notwendigen Ziel des Einsparens von CO 2 wenig hilfreich sei. Aber es half nicht. Zwar wurde kurz die Notwendigkeit der Erreichung von Resilienz in Zeiten der Erderwärmung gestreift, aber wie schon beschrieben: zu schwierig, zu komplex …
Die Diskussion
In der Diskussion kamen ebenfalls viele Bedenken zusammen: die Vernichtung landwirtschaftlich wertvollen Bodens (hier würde ein Kriterienkatalog helfen, der solche Flächen ausschließt), der Stillstand von Windrädern im Norden wegen der Überlastung der Netze (hausgemacht durch die Verweigerung des Netzausbaus im Süden durch die CSU), die Zerstörung der Schönheit der Landschaft, das „Goldene-Nase-Verdienen“ durch Solarparks usw. usf.
Der Bürgermeister von Dohna, Dr. Müller, zeigte am Ende der Diskussion den sehr pragmatischen und sinnvollen Weg seiner Gemeinde beim Umgang mit Solarenergie. Die Solaranlagen auf den Dächern von ansässigen Firmen und städtischen Gebäuden dienen in erster Linie der Selbstversorgung und sind ein echter wirtschaftlicher Gewinn für die Stadt. Verantwortung übernehmen, Lösungen suchen, Bürger*innen mit ins Boot holen, so kann der Weg sein aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern hin zu zukunftsfesten, wirtschaftlichen und ökologischen Lösungen sein.
Dr. Bärbel Falke
