Klüger und wirtschaftlicher handeln!
Wir können es nicht deutlich genug sagen: Diese „Reiche-Treppe“ ist ein Treppenwitz, eine spinnerte Fehlkonstruktion. Sie verheißt Verlockendes, eine Fata Morgana. Grün und Bio sollen wie bei der Luftspiegelung Gutes vortäuschen. Aber die Physik ist auch hier glasklar: Strom ist effektiver. Mit Gas geht’s zum Abgesang der Energiewende mit ihren Klimazielen. Die Treppenfee lächelt gewinnend. Anbieter im Hintergrund reiben sich die Hände. Die Treppe hat keine Haltegeländer, alternativlos ohne Sicherheitsmarge und geostrategische Resilienz gegenüber Abhängigkeiten. Sie führt abwärts, freier Fall in die Preishölle. Sie zerbröselt. Stoffmangel ist bittere Realität. Sie endet ohne Gegenlager im Nirwana. Deutschland ist flächenmäßig zu klein und die Ukraine als Lieferant von Biogas zu ungewiss. Die Treppe verfehlt das Ziel der Klimaneutralität 2045. Die Konstruktion bereitet vielmehr wissentlich einen Rechtsbruch vor. Evtl. zu spät merkt die aufgeschreckte Mitbürgerin und der naive Mitbürger, dass sie doppelt und dreifach (Gas-Preis, CO2-Preis, EU-Strafzahlung) zur Kasse gebeten werden. Und dass das schlimme Ende aufgrund der Folgeschäden aus der Klimakatastrophe (Hitze, Dürre, Hochwasser, Extremwetter-Ereignisse etc.) wahrscheinlich noch kommt, sagen die Wissenschaftler*innen bei dieser wackeligen Treppe voraus.
Aber beginnen wir von vorn und kommen dann zu den Details.
Inhalte, die Ihnen in dem Artikel begegnen werden:
- neue gesetzliche Bestimmungen der Wärmewende und ihre Kontexte,
- Einschätzungen / Kommentierungen von Fachleuten,
- Stand auf dem Weg zu Null Treibhausgasemissionen – Zero CO2 – im Jahr 2045
- Bürger*innen vor schwierigen Entscheidungen über die zukünftige Wärmequelle in ihren Wohnungen,
- Veränderungen bei den Infrastruktur-Netzen (Fernwärme, Gas) in unserer Stadt,
- AfD in Pirna verweigert sich der öffentlichen, demokratischen Gremienarbeit,
- die nächsten Schritte in der Umsetzung der KWP,
- Links zu Quellen, die Sie dann eigenständig vertiefen können,
- viele Graphiken, die hoffentlich komplexe Sachverhalte verständlich erläutern.
Chaos – schlimmer konnte es nicht kommen!
Die Erfolgsbilanz des Grünen Ministers Habeck in der Ampel-Regierung nach 3.5 Jahren sei noch einmal in Erinnerung gerufen:
- 60 % Reduktion der CO2-Emissionen bei der Strom-Produktion,
- 60% Anteil der Erneuerbaren im Strommix, bezogen auf den Jahresverlauf,
- Reduktion der Kohleverstromung auf den Stand der 1970iger Jahre,
- Ausbauziel für 2032 von 80 % Anteil der Erneuerbaren am Strommix wird erreicht,
- Versorgungssicherheit mit Stromenergie aus Sonne, Wind und Biomasse,
- Klimaziele für 2032 können mit einem Puffer von 200 Mio t. CO2-Äquivalenten erreicht werden.
Am 07. Mai 2025 übergab Dr. Robert Habeck (Bündnis 90 / Die Grünen) den Staffelstab im Wirtschaftsministerium an Katharina Reiche (CDU). Minutenlange, stehende Ovationen der Mitarbeiter*innen gaben ein beredtes Zeugnis von der kontinuierlichen Arbeitszufriedenheit und Atmosphäre, die im Bundeswirtschaftsministerium unter Habecks Leitung entstanden war. Frau Reiche lobte ihren Vorgänger und sein Team für die „übermenschliche Leistung, fast gar nicht zu ermessen“ (ZDF heute, 07.05.2025, zuletzt überprüft 08.08.2026), die er und sein Haus im Zusammenhang mit den Umwälzungen durch den Ukraine-Krieg, mit dem Aufbau von Resilienz und mit der Einleitung der Energie- und Wärmewende erbracht hatten.
Schon damals deutete Frau Reiche ihre Ziele an: „Ich sehe das Wirtschaftsministerium in der Verantwortung, die bewährten Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft mit Vernunft so auszugestalten, dass sie in unsere Zeit passen“. Und: „Man müsse mehr ermöglichen und wagen. Etwa in der Energieversorgung gebe es Hausaufgaben. Im Klimaschutz sei zwar viel geleistet worden, jedoch müsse man die Systemkosten in den Griff bekommen“. Hohe Messlatten (s. u.), die sie sich selbst aufgelegt hat: Soziale Marktwirtschaft (Gewinne der Fossil-Industrie vs. inflationäre Energiepreise), Vernunft (widerspruchsfreie Gesetze), Passgenauigkeit (Hitze / Feuer-Extreme aufgrund der Klimakrise), Wagnisse (Verfügbarkeit von Methan), Hausaufgaben (fehlende, intelligente Zähler), Kosten (Preisfalle Bio-Treppe). Das Ministerium erlebte in der Folge eine riesige Fluktuation unter den Mitarbeiter*innen, obwohl vorher 16 Jahre lang (FDP-, SPD- und) CDU-Minister das Amt personell nach ihren Vorlieben ausgestattet hatten. Zahlreiche Leaks von wichtigen Papieren deuten auf schlechte Stimmung und gravierende Differenzen in den Problemlösungen hin. Die Tatsache, dass Frau Reiche etliche Millionen Euro für die Beschäftigung externer Führungspersonen ausgibt, legt eine heftige Vertrauenskrise im Stab nahe.
Studien und Handlungen, die nicht zum Ziel der Treibhausgas-Neutralität 2045 führen.

Frau Reiche wollte sich sogleich einen Überblick und Stoff für ihre Agenda verschaffen. Sie beauftragte handverlesen das energiewirtschaftliche Institut an der Universität Köln (EWI) und die BET Consulting GmbH Berlin mit einem Energiemonitoring auf der Basis ihrer Leitfragen (links in der Tab.). Angeblich aus den 11 (und mehr) Hauptpunkten der Forscher*innen entwickelt sie einen 10-Punkt-Plan (rechts in der Tab.). Dabei hilft ihr die Lobbyisten-Beratung von RWE und Eon. Bemerkenswert sind die Unterschiede, die sich aus dieser Kooperation ergeben:
- Das „Energiemonitoring“ (3) geht von steigendem Gesamtstromverbrauch aus (Elektrifizierung nahe 100 %, Wirtschaftswachstum),
- es setzt auf den von der Ampel geplanten, hohen Ausbau der erneuerbaren Energie (6),
- es verlangt intelligenten Netzausbau mit hoher Geschwindigkeit (7),
- und konstatiert einen Ausbau gesicherter Leistung (Großbatteriespeicher, 9).
- Der „10-Punkte-Plan“ will EE marktgerecht und systemdienlich (2),
- will Synchronität bei Netzausbau, EE- und lokalem Speicher-Ausbau (3),
- baut auf Technologieoffenheit in der Umsetzung (heißt auch mit Öl und Gas, 4)
- und setzt aus diesem Grunde auf CCS / CCU, um CO2 an den Gaskraftwerken abzuscheiden.
Die auf ihrem 10-Punkte-Plan aufbauenden Gesetzesinitiativen sind umfassend und manchmal nur schwer einzuordnen. Der Expertenrat für Klimafragen (Tagesschau, 18.05.2026, zuletzt geprüft 10.08.26), der das BMWE gesetzlich festgelegt beraten muss, stellt nach einem Jahr Amtszeit im Mai 2026 fest, dass
- klimaschutzpolitischer Handlungsbedarf besteht,
- die Budgetziele für die Folgeperiode 2031 bis 2040, die Jahresziele für 2030 und 2040 sowie die Treibhausgasneutralität 2045 nicht erreicht werden,
- das neue Gebäudemodernisierungsgesetz, welches wieder CO2-emittierende Heizungssysteme (Gas- u. Öl-Brenner) erlaubt, die Situation vermutlich eher verschlechtern als verbessern wird.
Die Urteile weiterer Expert*innen und unterschiedlichster Interessen-Verbände über die Gesetzesarbeit fallen weitgehend vernichtend aus. Die obige Collage aus den Überschriften von Presse-Artikeln gibt einen kleinen Überblick. Herr Prof. Dr. Anders Levermann, dt. Physiker und Klimafolgenforscher, hat sich dazu besonders pointiert im Podcast des ZDF Heute Journals (zuletzt geprüft 10.08.26) geäußert:

Und nun zu uns in Pirna
In den letzten Jahren hat der Begriff „Technologieoffenheit“ den politischen Raum erobert. Er wird z. B. bei der Gebäudeheizung inflationär, aber weitgehend falsch benutzt. Ehepaar Krause aus Pirna überlegt, ob und in welcher Weise es die eigene Wohnung neu beheizen will. Sie denken nach über
- ihr Alter (Nutzungsdauer) und das des Gebäudes (Energieeffizienz und innere / äußere Infrastruktur),
- gesetzliche Bestimmungen und Zukunftsszenarien (äußere Rahmung),
- ihre Konten (Eigenmittel und Investitionsbedarf),
- die staatliche Förderkulisse (Zuschüsse und Abschreibungen),
- eine Energieberatung und Fachbetriebe (bauliche Voraussetzungen und Angebote),
- am Markt verfügbare, dezentrale Heizungssysteme und / oder das zentrale Fernwärme- bzw. Gasangebot.
Sie haben also ein Problem und verfolgen die Strategie, es für sich und das Objekt möglichst angemessen, kostengünstig, zeitgemäß modern, nachhaltig etc. zu lösen. Als Mittel zum Zweck stehen ihnen im Wärmemarkt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Vielzahl an Techniken zur Verfügung, über die sie mit Blick auf ihre Situation offen entscheiden können.
Dass das zur Zeit ziemlich kompliziert ist, zeigen die Auswirkungen der beschlossenen und/oder geplanten Bundesgesetze auf uns als Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt bzw. auf die „Kommunale Wärmeplanung“ (KWP).
Weil sich die Gesetze und ihre Auswirkungen zum Teil diametral gegenüberstehen. Und weil eine mögliche Verfassungswidrigkeit etlicher Gesetze überprüft werden wird.

Z. B. das GebäudeModernisierungsGesetz (GMG) und die Novelle des EnergieWirtschaftsGesetzes (EnWG). Neue Gasbrenner können wieder unbeschränkt eingebaut und bis 2045 betrieben werden. Ab 2029 müssen dem Stadtgas Biomethan oder Wasserstoff mit steigenden Prozentanteilen (zuerst 10%) beigemischt werden. Im Jahr 2040 sollen es 60 Prozent sein. Der Gesetzgeber hat den Zeitraum bis 2045, zur Netto-Null-Treibhausgas-Emission, offen gelassen. Und er verweigert sowohl Angaben zur Realisierung der Biogas-Beimischung (Verfügbarkeit, Technikstandards) als auch zu den möglichen Betriebskosten. Sie hängen vom Angebot, dem Wettbewerb ums schmale Gut, der CO2-Besteuerung ab. D. h., hier wird die Anschaffung / der Weiterbetrieb einer neuerlichen Gasbefeuerung ermöglicht. Und das, obwohl die Bundesregierung schon längst zur Kenntnis nehmen musste, dass das Vabanquespiel für alle Seiten ist und die Gasnetzbetreiber deshalb fortlaufend Kunden verlieren. Die Befragung des Dachverbands der kommunalen Betriebe offenbart dies und belegt die Reaktionen der Stadtwerke. Ob die Pirnaer Stadtwerke teilgenommen haben, ist mir leider nicht bekannt.

Volkswirtschaftlich gesehen ist die Novelle des EnWG der richtige Schritt. Sie hebt das Versorgungsgebot auf und leitet den möglichen Ausstieg aus dem Gasangebot (WirtschaftsWoche, 01.07.2026, zuletzt geprüft 12.08.26) der Stadtwerke ein. Solange allerdings Stadtwerke ein Gasnetz betreiben, müssen sie Kunden beliefern. Ein Verlust an Kunden hat natürlich Auswirkungen auf die Höhe der umzulegenden Netzentgelte. Partielle oder gesamte Stilllegungskosten fließen zusätzlich in unbekannter Höhe ein. Dieses Wissen könnte einen negativen Teufelskreis für die Stadtwerke auslösen, wenn die Kund*innen zunehmend nicht bereit sein werden, Hazard zu spielen. Es liegt auf der Hand, dass die Betriebskosten und Amortisationszeiten eines neu angeschafften Gasbrenners für Ehepaar Krause unter diesen Bedingungen nicht bestimmbar sind. Sie werden sich gegen diese Heiztechnik entscheiden müssen, obwohl sie objektiv gut funktionieren kann. Was Frau Reiche nicht erfreuen dürfte, obwohl es eine technologieoffene Entscheidung wäre. Forschungen (Umweltinstitut München, zuletzt geprüft 12.08.26) zeigen, dass ein früher Ausstieg aus dem Gasnetz für alle Seiten wirtschaftliche Vorteile beinhaltet. Vor allem für die Stadtwerke Pirna, die in Zukunft vor riesigen Investitionen stehen. Und die kein Interesse daran haben dürften, parallel zwei Netzstränge (Fernwärme und Gas) in den Straßenzügen von Pirna betreiben und warten zu müssen. Wobei der eine hoffentlich Kunden (Liniendichte bei Fernwärme) gewinnt, während der andere in Wechselwirkung diese und darüber hinaus weitere Kunden verliert.
Selbst die bayerische CSU-/Freie Wähler-Regierung protestiert im Bundesrat gegen die Regelungen aus dem ErneuerbareEnergieGesetz (EEG). Herr Airwanger, der bayrische Wirtschaftsminister von den Freien Wählern, in gewohnter Weise besonders heftig. Weil der Solarboom Bayern erfasst hat, werden Abschaltungen und finanzieller Aderlass nicht akzeptiert. Die Direktvermarktung an der Strombörse ist z. Zt. von privaten Anlagenbetreibern kaum realisierbar. Vor allem fehlen die intelligenten Stromzähler, Smart Grid, als Voraussetzung für die Erfassung des Stromertrags im kurzen Zeitrhythmus. Wir argumentieren, dass das Ausbremsen des PV-Stroms in Bürgerhand die Klimaziele gefährden wird. Denn das Erreichen der Klimaziele in 2045 benötigt eine nahezu 100%ige Elektrifizierung der gesamten deutschen Volkswirtschaft. Und wir argumentieren, dass Dach-PV-Anlagen im Unterschied zu den großen PV-Freiflächen-Anlagen, die Frau Reiche für ihre Klientel bevorzugt, zu keiner zusätzlichen Versiegelung und keinem Verlust an landwirtschaftlicher Fläche führen.
In nachfolgenden Artikeln für diese Homepage werden weitere Einzelheiten neuer Gesetze beleuchtet und ihre Einflüsse auf die „Kommunale Wärmeplanung in Pirna“ diskutiert.
Einige Pirnaer Stimmen aus dem Hintergrund sind nicht beachtenswert!
Für die AfD-Stadtratsfraktion Pirna stellte Herr Herath am 24.03.2026 eine Anfrage mit dem Titel „Entscheidungsgrundlagen, Kenntnisstand und Kostenfolgen der kommunalen Wärmeplanung (KPW)“, also zu der Konzeption, über die der Rat am 03.02.2026 (KWP für Pirna (4) – wir müssen reden: 13 sagten ja – und nun?, 13.02.2086) abschließend abgestimmt hat. Als einer der Verlierer der Abstimmung meldet er sich nachträglich zu Wort. Er nimmt sich heraus, dass seine Fragen „aus Gründen der Transparenz und der Verantwortung unseren Bürgern gegenüber unabdingbar“ seien (Anfrage Herath und Antwort der Verwaltung im Pirnaer Anzeiger, Ausgabe 09/2026, S. 15 u. 16, zuletzt geprüft 12.08.26). Scheinheiliger und hanebüchener kann man sich selbst und seine Arbeit im Rat nicht darstellen. Einen Monat nach dem Ratsbeschluss erfragt Herr Herath, aufgrund welcher Entscheidungsgrundlagen, aufgrund welchen Kenntnisstands und aufgrund welcher Kosten-Belastungen für Bürger*innen und Stadtwerke er seine Abstimmung vorgenommen hat. Er fragt OB Lochner und BM Dreßler als Spitze der Verwaltung, welche „Kenntnisprüfung der Entscheidungsgrundlagen vor der Abstimmung [bei den Ratsmitgliedern] stattgefunden hat“. Kurze Wiederholung zu Sitzungsbeginn, OB und BM fragen einzelne Ratsmitglieder ab; Herath weiß nichts, setzen, 6 – oder wie? Er will zudem wissen, ob die Verwaltung zum Zeitpunkt der Abstimmung „sicher wusste, dass alle Ratsmitglieder die Kostenannahmen der Studie kannten und verstanden haben“. Und: „Hat die Verwaltung alles getan, dass der Stadtrat den erforderlichen Sachstand hat ..?“ Die Studie umfasst 102 Seiten. Es sollte zumindest gelten: Er hat sich stets bemüht.
Unverfrorenheit ist das eine, Lügen sind das andere. Er behauptet in seiner Anfrage, dass „im Zuge der Umsetzung dieser Wärmeplanung das gesamte Stadtareal, alle Straßen, Plätze und Wege, komplett neu erschlossen und mit neuen Medien versehen werden [müssten]!“. Und er behauptet, dass „einzelne Szenarien der Studie Investitionskosten von bis zu ca. 22.000 € pro Bürger ausweisen.“
Sie merken die Absicht? Verunsicherung, Horror an die Wand malen, durch Überspitzung einer Diskussion die Grundlage entziehen etc.. Bekannte Strategien der Rechtsextremen und der AfD.
Obwohl die beiden Falschaussagen aus der ersten Anfrage umfassend und sachgerecht von der Verwaltung bearbeitet und zurückgewiesen wurden, ist er nicht zufrieden und stellt am 12.05.2026 nochmals eine Nachfrage zum gleichen Komplex. Dabei moniert er erneut, dass Stadtverwaltung und Stadtwerke sowie die Sächsische Zeitung nicht umfassend über die Studie berichtet hätten. Außer diesen Vorwürfen gibt es keine Begründung dafür, warum seine Fraktion (oder die beiden Aufsichtsratsmitglieder bei den Stadtwerken – wärmen die auch nur die Sessel?) nicht längst tätig geworden sei und sich erstmals inhaltlich zu der Planung positioniert habe. „Aus Gründen“ (s. o., Transparenz und Verantwortung den Bürgern gegenüber) sei die Anfrage wiederum „unabdingbar.“ (Pirnaer Anzeiger, Ausgabe 13/26, S. 16). Er vergisst zum zweiten Mal, einen Beleg, z. B. in Form einer Kopie, für seine Behauptung zu den Investitionskosten beizufügen. Die Stelle in der Studie auf Seite 10 gibt es nicht – deshalb kann es auch keinen Beleg geben. BM Dreßler bestätigt dies wiederum in seiner Antwort.
Vorgeschichte und Schlussfolgerungen: Die Studie hat im November 2024 in Pirna vorgelegen. Sie ist Anfang 2025 im Stadtentwicklungsausschuss (SEA) von den Planern selbst vorgestellt worden. Danach hat der Ausschuss mehrere Male über die Studie beraten. In der Sitzung des Ausschusses am 20.11.2025 hat die AfD / FW-Mehrheit im nichtöffentlichen Teil beschlossen, die Studie, die mit öffentlichen Mitteln gefördert wurde und zu deren Verabschiedung Pirna gesetzlich verpflichtet ist, nicht an den Rat weiterzuleiten. Dort sollte am 09.12.25 zum ersten Mal eine öffentliche Beratung für alle Bürgerinnen und Bürger erfolgen. In der Sitzung des Rates am 03.02.2026 – öffentlicher Teil – hat Herr Herath für die AfD-Fraktion die Ablehnung der kommunalen Wärmeplanung allein damit begründet, dass „Milliardenbeträge [Taschenrechner wurde bemüht] deutschlandweit nur für warme Schreibtische in den Planungsbüros“ sorgen würden.
Sie bemerken die weitere rechte Strategie: Verunglimpfung staatlichen Handelns, Abwertung der handelnden Personen. Aber keinen inhaltlich konstruktiven Beitrag leisten.
Die AfD-Fraktion kann und will zu den Zukunftsfragen „Wie gestalten wir die klimaneutrale Wärmewende?“ und „Wie begegnen wir entschlossen dem vorgezeichneten, klimatischen Kollaps und den dadurch ausgelösten Extremwetter-Ereignissen?“ keinen Sachbeitrag leisten (s. auch AfD-Wahlprogramm Sachsen-Anhalt 2026, zuletzt geprüft 13.08.26; daraus als Auszug Aussagen zur kommunalen Wärmeplanung). Vielleicht auch deshalb – leider mit Zustimmung der Stadtverwaltung – hat sie immer wieder gegen Anträge unserer grünen Stadträtin M. Giesing im SEA gestimmt, die Behandlung der Studie in den öffentlichen Teil der Sitzungen zu legen. Dann wären die dringend notwendige Transparenz und Verantwortung für die Bürger*innen tatsächlich hergestellt gewesen. Und der demokratischen Auseinandersetzung wäre geholfen worden. Weil die Beratungen immer im Dunklen abliefen (m. M. nach nicht in Übereinstimmung mit der Gemeindeordnung) oder gar nicht erfolgten (s. Stadtrat 03.03.26), kann die AfD-Fraktion ihre sachfremden Behauptungen öffentlich in den Raum stellen. Sie muss nicht sofort fürchten, von den Bürger*innen ertappt zu werden. Die AfD in Pirna kann ihre Destruktion betreiben, weil auf Transparenz, Öffentlichkeit und Beteiligung seit Beginn des Prozesses in 2024 verzichtet wurde – ein Fehler, die sich m. M. nach rächt, wie das Verhalten der AfD zeigt. So kompliziert es auch manchmal zu sein scheint, müssen wir die Bürger*innen immer wieder zu Beteiligten machen – das ist das beste Mittel gegen die faktenfreien Agitationen der AfD.
Leider punktet sie nun bei einigen Geschäftsinhaber*innen und Mitbürger*innen, die sich die „Brötchen-Taste“ (Pirnaer Anzeiger, 13/26, S. ) gewünscht haben. Diese Einrichtung sorgt in unserer heißen Zukunft dafür, noch mehr Wärme produzierende Autos wieder in die eh von Umweltsmog überlastete Innenstadt zu locken. Muss man wirklich z. B. vor dem Bäckereifachgeschäft einparken, seinen „Stinker“ kostenfrei abstellen, um wenig später mit dem Café-to-go in der Hand und den Wochenend-Brötchen auf dem Beifahrersitz wieder nach Hause zu rollen? Die überschüssige Wärme aus der ineffektiven Vorgänger-Technologie Benzin- oder Diesel-Verbrennung bleibt zwischen den Mauern zurück.
Sehr geehrter Herr OB Lochner, denken Sie auch jetzt bitte an die junge Mutter mit ihrem Kinderwagen, die vom Elbufer, wo sie ordnungsgemäß ihr Auto abgestellt hat, in die Innenstadt wandert. Sie wird durch zufließenden (Badergasse) und abfließenden (Lange Str., Dohnaische Str.) Autoverkehr unnötig gefährdet.

Kommunale Wärmeplanung konzentriert umsetzen!
Wir haben es mit der Krise des Klimas zu tun, die jetzt schon Leben kostet und Verwüstungen anrichtet. In Zukunft wird es nicht / nie (CO2-Moleküle „überleben“ in der Atmosphäre Zehntausende von Jahren) mehr besser werden, wir können aber die weitere Verschlechterung vielleicht noch abwenden. Alle technischen Lösungen liegen auf dem Tisch.
Um der weitergehenden Zerstörung unseres Lebensraums möglichst keine Chance zu geben, ist die „kommunale Wärmeplanung“ ein wichtiges Instrument, das in die Bauleitplanung und den Infrastruktur-Ausbau für Pirna einwirken wird.
Deshalb muss nach der Verabschiedung der Studie „kommunale Wärmeplanung“ im Rat nun Konkretes folgen:
- digitale, interaktive Karte der Wärmegebiete in Pirna .
Anhand dieser Karte können die Eigentümer*innen und Mieter*innen von Gebäuden nachvollziehen, welche Vorschläge die Planer begründet für das zentrale Wärmeangebot mittels Fernwärme sowie für die dezentrale Versorgung, mehrheitlich mittels Wärmepumpe, entwickelt haben. (Stadtwerke Pirna wollten diese Aufgabe übernehmen und die Detailkarte in ihrer Homepage zur Verfügung stellen, s. Pirnaer Anzeiger, 03/26, S. 4)
Bürger*innen können verfolgen, wie sich der Ausbau der Fernwärme entwickeln soll.
Interessengruppen können Pläne für eigene Lösungen mittels Nahwärme-Netz oder Energy-Sharing entwickeln.
Wohneigentümer-Gemeinschaften können sich rechtzeitig auf Entscheidungen einstimmen, die die gemeinsame Wärmeversorgung ihres Objektes ordnen.
Mieter*innen, z. B. auch in Gebäuden von Wohnungsbaugesellschaften, können rechtzeitig ihre Wünsche formulieren oder sich langfristig auf Veränderungen, auch finanzieller Art, einrichten.
- Entscheidungen zu den Prüfgebieten voran treiben.
Prüfgebiete sind einige Areale in der Stadt, wo die Veränderungen in der Infrastruktur nicht auf den ersten Blick auf der Hand liegen. Da gilt es, alle Besonderheiten abzuwägen und den optimalen Weg zu finden. Die Bürger*innen in diesen Straßen werden jede Entscheidung begrüßen, je früher sie bekannt sind und je früher sie sich darauf einstellen können.
- Entscheidungen zum Gasnetz auf den Weg bringen.
Aus Kosten- und Gründen der nicht geklärten Verfügbarkeit soll es lt. KWP kein „Wasserstoff-Netz“ in Pirna geben. Entschuldigung: Die Grünen sind nicht dafür verantwortlich, wenn Sie einen überteuerten H2-ready-Brenner gekauft haben. Wir haben uns immer gegen Wasserstoff (H2) als Wärmequellen in privaten Wohngebäuden ausgesprochen. Wie der Artikel zeigt, ist die Entscheidung für Gas als Wärmequelle jetzt erst recht für beide Seiten außerordentlich kompliziert und teuer. Ob die Biogase in den benötigten Mengen zur Verfügung stehen werden, zu welchem Preis sie geliefert werden, ist nach wie vor für alle schwer abzuschätzen. Betriebs- und Investitionskosten sind für jeden unterschiedlich abzuwägen. Deshalb ist eine frühzeitige Entscheidung hinsichtlich des Gasnetzes und einer Beimischung wichtig. Um von einem neu eingebauten Brenner einen Nutzen zu haben, ist nur noch max. 19 Jahre Zeit.
- Leasing und Handwerker
Geschäftsführer P. Kochan (Stadtwerke Pirna) hat unmittelbar nach dem Beschluss der KWP im Stadtrat neue Geschäftsmodelle angekündigt. Sie sollen den Menschen in Pirna den Umstieg innerhalb der Wärmewende ermöglichen. Wir brauchen
- Leasing-Angebote für Wärmepumpen, für PV-Anlagen inklusive Speicher, für Wall-Boxen.
- Zusammenschlüsse von Handwerksbetrieben, die über die Skalierung großer Einkaufszahlen kostengünstige Angebote für den kleinen Geldbeutel machen können.
- eine Komplett-Betreuung beim Energy-Sharing zwischen Nachbarn.
- Lösungen, mit einem sehr schnellen Roll-out von intelligenten SmartMetern, die die 50%-Abregelung von PV-Anlagen in der Mittagszeit verhindern. Das Verteil-Netz der Stadtwerke ist, so hat die zusätzliche Untersuchung im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung ergeben, gut aufgestellt für die Aufnahme eines größeren Stromangebots. Genauso wie für die größere Abnahme von Strom für Wärmepumpen und E-Mobile.
- Cloud-Lösungen, evtl. in der Regie der Stadtwerke, die den von Bürger*innen eingespeisten Strom virtuell bündeln und im Börsenhandel optieren.
- weitere Ideen, die dazu beitragen, dass sich alle an der Wärmewende beteiligen können, niemand sich abgehängt fühlt.
- …..
- Informationsbörse und Austauschformate
Zusätzlich zur Homepage der Stadt Pirna, in die der Klimaschutzmanager Informationen („Kommunale Wärmeplanung„, zuletzt geprüft 13.08.26) eingestellt hat, benötigen wir Informationsbörsen mit Beteiligungsmöglichkeiten. Bürger*innen haben Fragen. Sie sind Fachleute und haben Ideen. Sie sind Nutzer*innen (PV, Balkonkraftwerke, Speicher etc.) und haben Erfahrungen. Die gebündelte Intelligenz sollte uns Schritte nach vorn bringen. Wir wollen und müssen Betroffene zu Beteiligten im Veränderungsprozess machen. Das ist unsere einzige Chance.
Dieter Wiebusch
Weitere Ausgaben von „KWP für Pirna – wir müssen reden“ werden folgen – bleiben Sie bitte dran und mir / uns gewogen.
Quellen: Collagen, Tabellen und KI-generierte Abbildungen sind selbst erstellt. Die Graphik „Primar- und Nutzenergie“ stammt von Tim Meyer, dem Autor des Buches „Strom“. Zitate sind den Autor*innen zugeordnet.

